Silke Löhr

Silke Löhr, geboren 1966 in Berlin, gründete im Herbst 1987 gemeinsam mit einer Gruppe musikbegeisterter Studierender ein symphonisches Orchester an der Universität Düsseldorf. Wie groß der Bedarf war, neben einem Studium intensiv klassische Musik zu betreiben, zeigte sich in dem enormen Zuspruch: Schon wenige Monate später spielte ein 50-köpfiges Ensemble in der Mensa sein erstes Symphoniekonzert.

Nur kurze Zeit danach gründete sich ein ebenso ambitionierter Chor aus Studierenden, dessen Leitung ebenfalls Silke Löhr angetragen wurde und der ebenso wie das Orchester sofort eine umfangreiche Konzerttätigkeit aufnahm. Schon bald fanden regelmäßig gemeinsame Aufführungen großer oratorischer Werke unter Beteiligung beider Klangkörper statt.

Zum Zeitpunkt der Gründung des Universitätsorchesters war Silke Löhr Studentin der Schulmusik im dritten Semester an der Musikhochschule Köln. Die Chor- und Orchesterarbeit in Düsseldorf führte sie mit großer Begeisterung und entdeckte so ihre Leidenschaft für das Dirigieren. Um ihrer neuen Aufgabe in Düsseldorf gerecht werden zu können, begann sie schon bald in In- und Ausland Dirigierkurse zu besuchen und so ihre Qualifikation stetig auszubauen. Bald darauf entschoss sie sich zu dem Zweitstudium der Orchesterleitung, welches sie in Utrecht/NL absolvierte. Nach einem Examen mit Auszeichnung legte sie dort auch ihr Konzertexamen ab.

Parallel zum Dirigierstudium sammelte sie in zahlreichen Meisterkursen und Privatunterrichten wertvolle Erfahrungen und Inspiration, die unmittelbar in die Orchester- und Chorarbeit an der Universität einfließen konnten. Besonders prägend waren dabei der Unterricht bei Sir Simon Rattle und zahlreiche Probenhospitationen u. a. bei den Berliner und Wiener Philharmonikern unter seiner Leitung. Aber auch Meisterkurse bei Kurt Masur und Jorma Panula, auf dem Gebiet der alten Musik bei Ton Koopman und auf dem der neuen Musik bei Peter Eötvös brachten wertvolle Impulse.
Bei Eric Ericson und Helmuth Rilling besuchte sie Meisterkurse in Chorleitung und beim Deutschen Musikrat war sie viele Jahre Stipendiatin des Dirigentenforums, wo sie mit zahlreichen professionellen Klangkörpern Deutschlands Konzerte gab.

Dirigierverpflichtungen führten Silke Löhr schließlich u. a. an die Komische Oper Berlin (La Bohème), an das Oldenburgische Staatstheater (Die Entführung aus dem Serail), zu den Düsseldorfer Symphonikern, dem Radio Symfonie Orkest und dem Radio Kamer Orkest des Niederländischen Rundfunks, dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz und den Bergischen Symphonikern. Für den WDR produzierte sie Uraufführungen mit dem WDR Sinfonieorchester und der musikFabrik NRW.

Von 2003 bis 2005 war sie Assistentin des Niederländischen Rundfunksinfonieorchesters („Radio Filharmonisch Orkest Holland“) in Hilversum. Bei den Bergischen Symphonikern leitete sie als Stipendiatin der Orchesterakademie in der Spielzeit 1999/2000 zahlreiche Konzerte. 1999 hat ihr das Land NRW den Förderpreis für Musik verliehen.

Neben der Arbeit mit professionellen Ensembles galt ihr Interesse gleichermaßen der Zusammenarbeit mit ambitionierten Laienensembles. So ging unter ihrer Leitung das symphonische Blasorchester „Orchesterverein Hilgen“ 2004 aus dem Wettbewerb des Deutschen Musikrates mit einem 1. Preis als bestes deutsches Blasorchester hervor. Sie war mehrere Jahre Dirigentin von Chor und Orchester der Universität Essen sowie des Sinfonieorchesters „Junge Sinfonie Köln“.

Seit 1987 hat Silke Löhr das Musikleben an der Universität Düsseldorf beständig ausgebaut und qualitativ weiterentwickelt. Unterbrochen wurde ihre Arbeit dabei zweimal kurzzeitig durch die Geburten ihrer zwei Söhne Jakob (2009) und Theo (2013).
Als Anerkennung für ihre Verdienste als Dirigentin an der Heinrich-Heine-Universität, aber auch das damit verbundene Wirken von Chor und Orchester als musikalische Botschafter ihrer Universität, verlieh ihr Rektor Gert Kaiser 2003 den Titel der Akademischen Musikdirektorin.

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